Bilder Modell mit Ausbauetappe kurz- bis mittelfristige Planung >
Pläne

Studienauftrag
Arealentwicklung UNI MITTE Testplanung im Workshop-Verfahren
Bern, 2015-16
im Auftrag des Kantons Bern
in Zusammenarbeit mit Sylvain Malfroy, Neuchâtel, und Hämmerle + Partner GmbH, Zürich

Das Areal UNI-Mitte als städtebauliches Kontinuum

Im Laufe der Testplanung haben sich für uns drei Themen als Schwerpunkte entwickelt: der Arealzusammenhang, die Freiräume und die Arbeitswelt. Sie alle drei führten schrittweise zu einem städtebaulichen Grundprinzip und zu einer Weiterentwicklung der Gebäudetypologie für das Areal UNI-Mitte. Die vorhandene Ordnung wird selektiv auf ihre Quali-täten für eine langfristige Neustrukturierung geprüft und ergänzt. Der hierfür vorgeschlagene Gebäudetypus der hybriden Halle als Grossform leistet dabei in allen drei Bereichen bemerkenswertes.
Er schlägt sowohl den Bogen zu den massstäblich relevanten Gebäuden auf dem Areal wie auch zu Stadt und Quartier. Und er schafft mit dem Bestand einen Zusammenhang, der sich als Ganzes nach Aussen darstellt. An den Rändern wird ergänzend hierzu ein Freiraumkonzept gebildet, welches sowohl dem Quartier wie auch der Universität einen inter-aktiven öffentlichen Aussenraum auf der Stadtebene bietet. Diese Stadtebene wird dann durch das zusammenhängende Erdgeschoss der Hallentypen ergänzt und bereichert. Der universitäre Betrieb wiederum erhält in den Neubauten zeitge-mässe und identitätsstiftende Räume für Lehre und Forschung, was wiederum den sensiblen Bestand der Schutzobjekte entlastet und für weniger installierte Nutzungen freimacht.
Beim Thema Etappierung und Denkmalschutz erweist sich das Leitbild der Grossform überraschend elastisch und undogmatisch. Die einzelnen Etappen können für sich stehen und der Erhalt der Schutzobjekte wird selektiv, aber ent-spannt und nachvollziehbar definiert.

Die Etappierung und die zukünftigen Planungsverfahren

Die hohe Leistungsfähigkeit des städtebaulichen Leitbilds lässt sich gut am Etappierungspotential dokumentieren. Die einzelnen Etappen erfolgen ohne Gefahr einer Fragmentierung und ohne Zwänge. So ist die Neuprojektierung der Volks-schule sowie des Kirchenzentrums zeitlich nicht an die Restrukturierung des Areals UNI-Mitte gekoppelt. Ebenfalls kann durch eine einfache Rochadenplanung auf bauliche Provisorien verzichtet werden.
Ein besonderes Augenmerk ist dem Schutzobjekt Muesmattstrasse 27 gewidmet. Seine Integration ist gewährleistet und könnte im langfristigen Planungsprozess analog dem Roost-Bau für eine potentielle Erweiterung der Halle 1 über-prüft werden.
Nach Abschluss der Etappe 1 steht das Raumprogramm der Zielvorgabe 2023/25 zur Verfügung. Die Halle 1 liefert gleichzeitig den Kompensationsraum für den Rückbau des Chemie-Gebäudes. So entfällt eine aufwändige Sanierung und die städtebaulich unbefriedigende Situation an der Freiestrasse kann massgeblich verbessert werden. Für das Erreichen der Zielvorgabe 2030 wird die Realisation der Halle 2 an der Freiestrasse geplant. Mit ihrer Fertigstellung kann auch die definitive Aussenraumgestaltung auf dem oberen Niveau Freiestrasse abgeschlossen werden. Für die lang-fristige Planung im Bereich des Roost-Baus bieten sich mit der Hallentypologie zwei Optionen an. Sie ergeben einen weiteren Flächenzuwachs und schliessen den Salvisberg-Bau ebenfalls an den Hallentypus an.

Ein Hallentypus für die Stadt, für das Quartier und für die Universität

Der vorgeschlagene hybride Hallentypus bestimmt seinen übergeordneten, visuellen Bezug zur Stadt in Form einer Silhouette durch seine lagernde, horizontale Körperhaftigkeit. Die dadurch definierte Proportion steht aber auch in engem Zusammenhang mit dem näheren Kontext auf dem Areal sowie dem weiteren Umfeld. Der vertikale Akzent des Kirch-turms der Pauluskirche erhält keine Konkurrenz und ergänzt vielmehr die Komposition. Aus diesem Grund halten wir eine Höhenbeschränkung auf 30 Meter für sinnvoll und gerechtfertigt.
Die beiden zentral gelegenen Hallentypen lassen einen vielseitig nutzbaren Aussenraum an den Rändern entstehen. Die vier Quartierstrassen erhalten je eine eigene Ausgestaltung aufgrund ihrer spezifischen Situation (Allee, Gärten, Terras-sen, platzartige Ausweitungen). So können für die Wohnbevölkerung wie auch für die Universität mit hohem Aufenthalts-potential auf der Stadtebene angeboten werden. Die Konzentration der Gebäudemasse erhöht zudem die zusammen-hängende Aussenraumfläche und damit auch deren Identität.
Die Zugänge und Adressen der beiden Hallen sind ganz selbstverständlich von den Strassen auffindbar und einsichtig. Priorität hat der Zugang von der Bühlstrasse zwischen den beiden ehrwürdigen Bauten der ehemaligen Physiologie und der Anatomie. Er wird vor allem vom Bahnhof sowie vom Insel-Spital den Hauptzugang bilden. Der Eingang der Halle 2 an der Freiestrasse liegt wiederum in der Verlängerung des Lerchenwegs und der Uni-Tobler und bildet mit den beiden anderen Toren ein einfaches und effizientes Ordnungsprinzip.