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Pläne

Studienauftrag
Wohnüberbauung Bachstrasse, Kreuzlingen
Kreuzlingen, 2019-20
im Auftrag von HRS Real Estate AG, Frauenfeld
in Zusammenarbeit mit Clea Gross Architekten GmbH, Zürich

Städtebau und Aussenraum

Der Neubau an der Bachstrasse orientiert sich durch seine klare und kompakte Setzung am besonderen städtebaulichen Grundkonzept der Stadt Kreuzlingen im Zentrumsbereich. Dieses leitet sich aus der baulichen Entwicklungsgeschichte der Stadt ab und hat mittlerweile zu zwei charakteristischen Grundzügen geführt. Die vormals flächige Gartenstadt-Typologie hat sich an den Hauptstrassen zu einem grösstenteils kompakten, aber offenen Bebauungsrand mit klar definierten Vorräumen gewandelt. Dadurch konnte sich in der Mitte der grossen Strassengevierte eine kleinteilige, durchgrünte Bebauungsstruktur mit Privat- und Gemeinschaftsgärten erhalten. Dieses robuste und einfache Konzept sehen wir auch im Rahmen des neuen Baureglements als langfristiges Leitbild für eine qualitätsvolle „Verdichtung nach Innen“ im Stadtzentrum von Kreuzlingen.

Das Wohnhaus an der Bachstrasse vereint diese beiden räumlichen Charakteristiken. Wir erachten die Parzelle als zu wenig tief, um durch mehr als einen Baukörper den Strassen- und Gartenraum entsprechend dem vorgenannten Leitbild auszubilden. Demzufolge definiert ein Baukörper die beiden entscheidenden Aussenräume im Sinne des „Kreuzlinger Städtebaumodells“. Zur Bachstrasse tritt der Baukörper als strassenbegleitende Figur auf und erhält durch einen eingezogenen Erdgeschossbereich zusammen mit der Baumreihe seinen Vorraum zur Strasse. Zum inneren Grünraum kann durch die Reduktion auf einen Baukörper ein grosszügiger Garten als Entsprechung im Geviert geschaffen werden.

Architektur und Ausdruck

Die Architektur des Wohnhauses an der Bachstrasse entspricht der städtebaulichen Setzung und verleiht ihm einen in dieser Situation angemessenen, stattlichen Charakter. Dafür wurden architektonische Elemente gewählt, die einerseits einen Dialog zur Umgebung aufnehmen und andererseits eine kontrollierte Differenzierung der Strassen- und Gartenseite erlauben, ohne die Gesamtwirkung des Baukörpers zu beeinträchtigen.

Die wichtige plastische Abwicklung in den Gartenbereich sowie die repräsentative Strassenfront werden dabei über ein durchgängiges Fassadenprinzip zusammengebunden. Die horizontalen Elemente der Geschossplatten bilden den äusseren Rand der Wohnungen, an der Strasse eher linear, zum Gartenbereich dann weiter ausgreifend. Die vertikalen Elemente der Wände und Fenster definieren dann den Übergang der Wohnungen vom Innenraum in den Aussenraum. Beide zusammen schaffen durch ihre Proportionen ein Bild einer ruhigen horizontalen Setzung.

Die Wohnungen

Die Grundrisse und Erschliessung der Wohnungen sind kompakt organisiert und weisen eine gute Flächeneffizienz auf. Die acht Wohnungen pro Geschoss werden durch zwei Treppenhäuser als Vierspänner erschlossen. Die Volumetrie und die Fassadenabwicklung in den Garten erlaubt es, jede Wohnung mindestens zweiseitig zu orientieren. Die Disposition der Wohnungstypen folgt einem einfachen, aber effektiven Prinzip. Die grossen (Familien-)Wohnungen sind im Erdgeschoss geplant und erhalten hier eindeutig definierte Aussenräume. Die kleineren Wohnungen haben im Verhältnis zu den grösseren eine hohen Anteil an Nebenräumen (Bad/Dusche, Reduit). Diese gruppieren sich um die Treppenhäuser und bilden, ähnlich einer Zwiebel, eine erste Schale von Räumen. Die folgenden Haupträume der Wohnungen bilden dann eine zweite Raumschale mit Fassadenanschluss. Die grösseren Wohnungen besitzen einen Tages- und Nachtbereich, verfügen über einen grossen Hauptraum als Wohn- und Essbereich und mindestens ein Zimmer mit 16m2. Alle Grundrisse sind gut möblierbar und vielfältig nutzbar